Tierschützerin zieht Igelbabys von Hand auf
Die BNN berichten über Marina Weber vom Tierschutzverein Bühl, die verwaiste Igelbabys rund um die Uhr von Hand aufzieht – alle zwei Stunden gibt es Futter.
Quelle: Badische Neueste Nachrichten (BNN), August 2026 | Text und Foto: Ursula Klöpfer | Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung, BNN-Lizenz 148-2026
Die Badischen Neuesten Nachrichten berichten über Marina Weber vom Tierschutzverein Bühl, die sich um kranke und verwaiste Igel kümmert. Derzeit gehören auch einige besonders kleine Findlinge zu ihren Schützlingen – und die brauchen rund um die Uhr Betreuung.
Alle zwei Stunden Futter
Für die Kleinsten kann eine verpasste Mahlzeit lebensgefährlich sein. Deshalb müssen die Igelbabys alle zwei Stunden gefüttert werden – Tag und Nacht. „Ich habe vier kleine Igelbabywecker“, erzählt Marina Weber trotz akuten Schlafmangels vergnügt. „Man glaubt nicht, wie laut die Igelchen pfeifen, wenn sie Hunger haben.“
Sieben „Pflegekinder“ sind derzeit bei ihr in Obhut. Manche wogen beim Fund gerade einmal 45 bis 50 Gramm. Ihre Körpertemperatur können die Kleinen noch nicht ausreichend selbst regulieren und brauchen zunächst einen geschützten, warmen Platz.
Ein Igelbaby entwickelt sich nicht nach einem festen Stundenplan.
— Marina Weber, Tierschutzverein Bühl
Zur Versorgung gehören Gewichtskontrollen und Entwicklungsprotokolle ebenso wie das „Toilettentraining“: Vor und nach dem Essen wird mit einem weichen Papiertaschentuch die Blasen- und Darmgegend massiert, um die Verdauung anzuregen.
Was tun, wenn man einen Igel findet?
Wer einen Igel findet, sollte nicht vorschnell handeln. Gerade bei Jungtieren gilt: erst beobachten, die Situation einschätzen und im Zweifel fachkundige Hilfe suchen. Ein scheinbar hilfloses Tier kann eine Mutter haben, die lediglich auf Nahrungssuche ist. Ein wirklich verwaistes oder geschwächtes Tier dagegen braucht schnell professionelle Unterstützung.
So können Sie Igeln im Garten helfen
Steffi Faller vom Tierschutzverein Bühl gibt Tipps:
- Naturnahe Bereiche mit heimischen Pflanzen, Laub- und Reisighaufen, Totholz oder einer kleinen wilden Ecke schaffen – dort finden Igel Nahrung und Verstecke.
- Auf Mähroboter verzichten.
- Bei großer Hitze Wasser bereitstellen – eine flache Schale mit frischem Wasser im Schatten. Milch ist ungeeignet.
- Sogenanntes Igelfutter meiden. Besser: hochwertiges Katzenfutter, getreidefrei und zuckerfrei.
Und irgendwann kommt der Moment, auf den alle warten: Stimmt das Gewicht der Igelchen – bei der Auswilderung sollten es 300 bis 400 Gramm sein –, können die stacheligen Tiere wieder hinaus in die Welt. Aus dem kleinen Patienten wird wieder ein Wildtier. Für Marina Weber bedeutet das Abschied nehmen – für den Igel beginnt ein neues Leben.
